Teilprojekte

Neubau

Stadthaus

Die Mitarbeiter der Stadtverwaltung Lippstadt können derzeit nicht alle im Stadthaus am Ostwall untergebracht werden. Aus diesem Grund gibt es zahlreiche Verwaltungsstandorte, die über das Gebiet der östlichen Kernstadt verteilt sind.

In diesen 12 verschiedenen Gebäuden befinden sich derzeit die Büros von ca. der Hälfte der 830 bei der Stadtverwaltung Lippstadt beschäftigten Mitarbeiter. Daneben werden im Rathaus (Lange Straße 14), im Stadtpalais (Lange Straße 15) und in der Geiststraße 2 Sitzungs- und/oder Fraktionsräume vorgehalten. Durch diese zersplitterte Unterbringung ergeben sich jeden Tag Probleme. Im Falle des Fachdienstes Gebäudewirtschaft lässt es sich bisher nicht vermeiden, dass ein Fachdienst auf zwei Gebäude verteilt ist. Aber auch anderen Fachdiensten, die in getrennten Gebäuden untergebracht sind, jedoch in ihrer täglichen Arbeit viel miteinander zu tun haben, werden kurzfristige Abstimmungen erheblich erschwert. Neben langen Wegezeiten für die Mitarbeiter entstehen somit auch lange Postlaufzeiten. Für Bürger erschwert die oftmals verwirrende Unterbringungssituation vielfach die Inanspruchnahme von Verwaltungsdienstleistungen. Neben der fehlenden Barrierefreiheit ist auch eine gebündelte Dienstleistung im Rahmen der in vielen Nachbarkommunen anzutreffenden Bürgerbüros in den jetzigen Räumlichkeiten der Stadtverwaltung nicht umsetzbar.

Ergebnisse Gutachten Raumprogramm

Größe:ca. 16.000 m² Bruttogeschossfläche (mit Gesundheitsamt)
Geschossigkeit:3 bis 4 zzgl. Kellergeschoss
untergebrachte Mitarbeiter:394 (nur Stadt Lippstadt)
Flächen:Bürgerbüro, Büroräume, Fraktionsräume, Rats- und Sitzungssäle

Derzeitige Verwaltungsstandorte und die untergebrachten Organisationseinheiten

Grundsatzbeschluss

Aus diesen und vielen weiteren Gründen hat der Rat der Stadt Lippstadt hat im Mai 2015 den Grundsatzbeschluss gefasst, dass auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofes ein neues Stadthaus entstehen soll. Um die zukünftige Unterbringung der Stadtverwaltung funktionsgerecht zu ermöglichen, sollen sämtliche in der Übersicht dargestellten Dienststellen mit insgesamt ca. 400 Mitarbeitern in einem Gebäudekomplex zusammengefasst werden. Weiterhin werden aktuell Gespräche mit dem Kreis Soest darüber geführt, ob auch die KFZ-Zulassungsstelle und das Gesundheitsamt, die derzeit in Lipperbruch untergebracht sind, in den Stadthausneubau integriert werden. Alle weiteren Außenstellen, wie die Feuer- und Rettungswache, das Stadtarchiv, das Heimatmuseum, die Musikschule, die Volkshochschule, die Thomas-Valentin-Stadtbücherei sowie der Baubetriebshof werden nicht in die Planungen zum Stadthausneubau einbezogen und verbleiben an ihren bisherigen Standorten.

Um das neue Stadthaus planen und entwerfen zu können, wurden der Verwaltung in dem Grundsatzbeschluss aus Mai 2015 drei Prüfaufträge erteilt.

  • Zum einen sollte der Raumbedarf für den Stadthausneubau ermittelt werden. Hierzu wurde die Verwaltung ermächtigt, die Hilfe eines externen Beraters in Anspruch zu nehmen.
  • Weiterhin hat die Verwaltung den Auftrag erhalten, zu prüfen, mit welchem Verfahren ein Architektenentwurf für den Baukörper des Stadthauses erstellt,
  • und wie der Neubau finanziert und realisiert werden kann.

Prüfaufträge werden abgearbeitet

Die Abarbeitung dieser Prüfaufträge soll dazu führen, dass ermittelt werden kann, was der Stadthausneubau voraussichtlich kosten wird. Erst danach wird der Rat der Stadt Lippstadt eine endgültige Entscheidung über den Neubau treffen. Für die Begleitung des Planungsprozesses und als vorbereitendes Gremium wurde Anfang des Jahres 2017 eine Stadthauskommission ins Leben gerufen, die – bestehend aus Fraktionsmitgliedern des Rates – über den Fortgang der Arbeiten rund um das zukünftige Stadthaus informiert wird.

Der erste dieser Prüfaufträge, die Ermittlung des Raumbedarfs, ist bereits abgearbeitet worden. Als externer Berater wurde die Firma VBD Beratungsgesellschaft für Behörden mbH mit Sitz in Köln beauftragt, die unter intensiver Mitarbeiterbeteiligung ein sogenanntes Raumprogramm erstellt hat. Dieses Raumprogramm beinhaltet eine Aufstellung sämtlicher Nutzflächen, von Büroflächen über Besprechungsräume bis zu Sanitärräumen, die das neue Stadthaus beinhalten soll. Nach dieser Grundlage wird das Stadthaus eine Bruttogrundfläche von ca. 17.000 m² aufweisen, die auf vier Geschosse und ein Untergeschoss verteilt ist.

Sowohl die Überlegungen bezüglich des Verfahrens zu Erstellung eines Architektenentwurfs als auch das notwendige Finanzierungs- und Realisierungskonzept werden derzeit von Mitarbeitern der Stadtverwaltung bearbeitet und sollen im Sommer 2017 zunächst in der Stadthauskommission beraten und anschließend im Herbst 2017 dem Haupt- und Finanzausschuss sowie dem Rat zur Entscheidung vorgelegt werden, um somit den endgültigen Beschluss zum Stadthausneubau herbeiführen zu können.

Zentralisierung, verbesserte Erreichbarkeit, Barrierefreiheit

Bei Verwirklichung der Planungen zum Stadthausneubau ergeben sich zahlreiche Funktionsgewinne, sowohl für Bürgerinnen und Bürger der Stadt Lippstadt, als auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung. Neben der bereits angesprochenen Zentralisierung, der dadurch verbesserten Erreichbarkeit und der Möglichkeit, endlich ein Bürgerbüro einrichten zu können, steht auch die Barrierefreiheit im Fokus.

Da derzeit einige Fachdienste in angemieteten Räumlichkeiten untergebracht sind, die nicht originär auf eine Büronutzung zugeschnitten sind, müssen teilweise inakzeptable Arbeitsbedingungen in Kauf genommen werden. Neben der Einsparung von enormen Mietaufwendungen wären durch die Verwirklichung des Stadthausneubaus ineffiziente Flächenzuschnitte Geschichte. Durch eine im Raumprogramm vorgesehene angemessene Flächenreserve kann trotzdem auf zukünftige Mehrbedarfe flexibel reagiert werden.

Gleichzeitig kann allen Mitarbeitern der Stadt Lippstadt die für ihre Tätigkeiten erforderliche Arbeitsumgebung zur Verfügung gestellt werden, um so den größtmöglichen Service für Bürger bieten zu können. Bei der Aufstellung des Raumprogramms wurden alle Synergie- und Optimierungspotentiale durch die zentrale Unterbringung der Stadtverwaltung berücksichtigt. Alle räumlich-funktionalen Zusammenhänge, die für einen wirtschaftlichen Betrieb der Verwaltungsbereiche umzusetzen sind, wurden untersucht. Zukünftig werden demnach alle Fachdienste, die in ihrer täglichen Arbeit viele Berührungspunkte haben, in unmittelbarer Nähe zueinander angeordnet. Als zusätzlicher Gewinn kann durch die Neukonzeption des Flächenzuschnitts in allen sensiblen Bereichen flächendeckend eine in allen Belangen dem Datenschutz entsprechende Bearbeitung sämtlicher Anliegen der Bürgerinnen und Bürger der Stadt Lippstadt gewährleistet werden.

Attraktiver Arbeitgeber sein

Ebenfalls ein positiver Effekt des Neubaus ist die Aufwertung des Images der Stadtverwaltung Lippstadt als Arbeitgeber. Sowohl der Fachkräftemangel als auch der demographische Wandel treffen den öffentlichen Dienst besonders schwer. Hierauf reagiert das Raumprogramm durch die deutliche Auswertung von Azubi- und Praktikantenarbeitsplätzen auf insgesamt 32 Plätze. Durch eine ansprechende, moderne und gut ausgestattete Arbeitsumgebung kann sich die Stadt als moderner Arbeitgeber präsentieren und dadurch Fachkräfte binden und werben.

Im Raumprogramm ist vorgesehen, dass die derzeit sieben im Rat vertretenen Fraktionen eine Fläche für die Einrichtung ihrer Geschäftsstellen im neuen Stadthaus zur Verfügung gestellt bekommen. Für die Fraktionen ergeben sich damit sowohl ein kürzerer Weg zur Verwaltung, als auch eine direkte Anbindung an den zukünftigen Ratssaal. Dieser ist mehr als doppelt so groß bemessen wie der jetzige Ratssaal im historischen Rathaus und bietet dementsprechend wesentlich mehr Platz für interessierte Bürger, die an den Sitzungen des Rates oder der Ausschüsse teilnehmen möchten.

Über diese Mehrwerte für Organisation und Bürgerfreundlichkeit hinaus kann durch die Realisierung der derzeitigen Planungen ein Neubau geschaffen werden, der sowohl hinsichtlich der Energieeffizienz, als auch bezüglich des Arbeits- und Gesundheits- sowie des Brandschutzes eine deutliche Verbesserung des derzeitigen Standards darstellt.

Insgesamt steht der Stadthausneubau somit für eine effizientere, bürgerfreundlichere und nachhaltigere Verwaltung, welche den Lippstädtern den größtmöglichen Service an einer zentralen Anlaufstelle bieten soll.

Grafik "Vorteile für ein neues Stadthaus"