Nachdem die ursprüngliche auf Einzelhandel ausgerichtete Planung für den Güterbahnhof verworfen und das Gelände als geeigneter Standort für ein neues Stadthaus identifiziert wurde, galt es die neue Nutzungsperspektive in einer planerischen Machbarkeitsstudie hinsichtlich ihrer Umsetzbarkeit zu untersuchen. In der Studie konnten die Rahmenbedingungen geklärt werden, unter denen ein Stadthaus am Standort Güterbahnhof untergebracht und welche ergänzenden Nutzungen installiert werden können. Ausgegangen wurde dabei von einem Flächenbedarf von rd. 16.500 m² Bruttonutzfläche für Verwaltungsnutzungen, resultierend aus dem Bericht der Stadthauskommission (Untersuchung zu einem Stadthausneubau/-umbau) aus dem Jahr 2012.

Damit eine zügige Umsetzung des Konzepts erfolgen kann, wurden für die Erschließungsanlagen und das Stadthaus nur die aktuell der Stadt zur Verfügung stehenden Flächen berücksichtigt. Private Flächen, wie die südlichen Gartenflächen der Hospitalstraße, wurden ergänzend mit in die Entwurfsplanung einbezogen.

Um einen möglichst kompakten Baukörper für das Stadthaus zu erhalten, und um die geforderten Flächen für das Stadthaus unterzubringen, ergeben sich Gebäudehöhen von bis zu 4 Geschossen. Neben der Bewältigung des Stellplatzbedarfs für die zukünftigen Nutzungen im Gebiet sollen im Konzept auch Parkflächen für das Krankenhaus berücksichtigt werden. Der Standort des Stadthauses soll optimal zur Innenstadt gelegen sein und im Stadtraum eine „Adresse“ darstellen.

Grundsätzlich wurde in der planerischen Machbarkeitsstudie der Nachweis erbracht, dass zusätzlich zum Stadthaus aufgrund des vorhandenen Flächenzuschnittes lediglich die Nutzungen Wohnen und Lebensmittelmarkt untergebracht werden können. Sowohl die Nutzung Stadthaus als auch die Nutzung Lebensmittelmarkt lösen hohe Stellplatzverpflichtungen aus.

Das Güterbahnhofgelände ist vor dem Hintergrund der Lärmemissionen der Bahnstrecke und dem vorliegenden Sanierungszielwert des Bodens deutlich besser für die Nutzungen „Stadthaus“ und „Lebensmittelmarkt“ geeignet als für eine Wohnnutzung. Die fußläufige Erreichbarkeit aus der zentralen Innenstadt ist in sehr guter Weise gegeben. Ein Lebensmittelmarkt stärkt die Nahversorgungsfunktion der Altstadt und ergänzt das vorhandene Angebot adäquat.

Unter Abwägung der genannten Sachargumente hat der Rat der Stadt Lippstadt am 11.05.2015 in einem Grundsatzbeschluss als Planungsziel beschlossen, dass das Güterbahnhofsgelände als Standort für ein Stadthaus entwickelt werden soll. Weiterhin sind die Errichtung eines Lebensmittelmarktes mit ergänzender Mischnutzung in den Obergeschossen sowie die Herstellung der notwendigen Stellplatzanlagen vorgesehen.

Es wurde hierfür ein Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan Nr. 313 „Jakob-Koenen-Straße“ gefasst. Gleichzeitig soll der Flächennutzungsplan mit der 180. Änderung entsprechend geändert werden. Der ursprüngliche Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan Nr. 128 „Verlängerte Bahnhofstraße“ wurde aufgehoben. Durch diese Bauleitplanung soll die planungsrechtliche Grundlage für die bauliche Nutzung des Güterbahnhofs mit einem Stadthaus und einem Lebensmittelmarkt sowie den Bau der Jakob-Koenen-Straße geschaffen werden. In der weiteren Planung werden die Flächenbedarfe für das Stadthaus und die ergänzenden Nutzungen konkretisiert. Wesentlicher Baustein hierfür ist das Raumprogramm für das neue Stadthaus. Die Ergebnisse bilden dann die Grundlage für den Stadthausneubau und die weiteren Planungen für das Gelände.